Was ist Brutto und Netto?
Der Unterschied zwischen Brutto und Netto entscheidet darüber, was am Ende auf dem Konto ankommt.
Bruttolohn ist das Gehalt, das du mit deinem Arbeitgeber vertraglich vereinbart hast – also der Betrag vor allen Abzügen. Nettolohn ist das, was tatsächlich auf deinem Konto landet, nachdem Steuern und Sozialabgaben abgezogen wurden.
Dein Arbeitgeber zieht monatlich direkt vom Brutto ab: Lohnsteuer (richtet sich nach Steuerklasse, Einkommen und Freibeträgen), Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch für Besserverdiener), Kirchensteuer (8–9 % der Lohnsteuer, je nach Bundesland), Rentenversicherung (9,3 % Arbeitnehmeranteil 2026), Krankenversicherung (Basisbeitrag 7,3 % + Zusatzbeitrag Ø 2,5 %), Pflegeversicherung (1,7 % oder 2,0 % in Sachsen, +0,6 % ab 23 Jahren ohne Kinder) sowie Arbeitslosenversicherung (1,3 %).
Typisches Beispiel in Steuerklasse I: Bei 4.200 € Brutto pro Monat bleiben nach allen Abzügen circa 2.430 € Netto übrig – das entspricht einer Nettoquote von rund 57,9 %. Bei 3.000 € Brutto liegen die Abzüge prozentual etwas niedriger, da die Steuerprogression greift.
Was dein Netto spürbar verändert: Die Steuerklasse beeinflusst den monatlichen Lohnsteuerabzug – Steuerklasse III zahlt deutlich weniger als V. Kinder senken die Abgaben durch den Kinderfreibetrag und reduzieren die Pflegeversicherung. Das Bundesland wirkt sich bei Kirchensteuer und in Sachsen bei der Pflegeversicherung aus. Der GKV-Zusatzbeitrag variiert je nach Krankenkasse zwischen 1,5 % und 3,5 %.
Wichtig: Das Netto auf der Gehaltsabrechnung ist nicht identisch mit der tatsächlichen Auszahlung. Unpfändbare Freibeträge, Pfändungen oder vermögenswirksame Leistungen können die Auszahlung noch weiter beeinflussen.
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Zum Brutto-Netto-Rechner →Häufige Fragen
Warum ist mein Netto jeden Monat leicht unterschiedlich?
Kleine Schwankungen entstehen durch unterjährige Anpassungen beim Kirchensteuersatz, Abrechnungskorrekturen, Freibetragsänderungen oder wenn das Jahresbrutto einen Steuertarif-Wechsel auslöst. Auch Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld verändern den monatlichen Abzug.
Was ist der Unterschied zwischen Nettolohn und Auszahlung?
Der Nettolohn auf der Abrechnung ist der Betrag nach Steuern und Sozialabgaben. Die tatsächliche Auszahlung kann durch Pfändungen, VL-Beiträge oder betriebliche Altersvorsorge noch abweichen.
Warum berechnet der Rechner nicht exakt meine Abrechnung?
Der Rechner gibt Orientierungswerte auf Basis der PAP-Tabelle des BMF. Individuelle Freibeträge, Steuerklassenwechsel im Jahresverlauf oder Besonderheiten deines Arbeitgebers können zu Abweichungen führen.
Lohnt sich es, die Steuerklasse zu wechseln?
Das hängt von deiner Lebenssituation ab. Verheiratete können durch III/V oder IV/IV mit Faktor optimieren. Der Heiraten-Vergleichsrechner zeigt dir die konkreten monatlichen Unterschiede.